Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich

Mit dem guten Glück hatte ich Pech: Kein Zimmer mehr frei für meinen Zwei-Tage-Trip nach Zürich. Trotzdem wollte ich beim Ankunftsspaziergang letzten Donnerstag vorbeischauen, weil dieses Gasthaus mit Pension mich optisch sehr angezogen hatte: Retronamen mit modernem Konzept, von außen wunderbar verlottert wirkend, drinnen Vintage-Style mit einer Bar aus reinem Zinn in „feinster Zürcher Handarbeit“. Seit gut einem Jahrzehnt existierend. Dieses Zürich wollte ich erleben.

Viel Zeit hatte ich freilich nicht, ehe mein „Experts Exchange Lab“ zum Thema Digitalisierung und FinTech im nahe gelegenen Projektgebäude „Kalkbreite“ begann, wohin das Institute for Social Banking als Gast der Alternativbank Schweiz eingeladen hatte. Etwa 20 Minuten.

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Den altmodisch, aber neutralen Begriff „Gasthaus“ haben die niederländischen Inhaber 2008 vielleicht auch deshalb gewählt, weil das Gute Glück tagsüber als freundlich-cool entspanntes Café mit Mittagstisch und abends als locker-gemütliche Bar funktioniert. Wie ich im Nachhinein auf yelp, Booking.com und anderen einschlägigen Seiten nachgeschaut habe, um meine Eindrücke abzuchecken, scheinen hier die deftigen wie süßen Pfannkuchen (Pufferlis bzw. Poffertjes), Waffeln und Omelette, sowie das Glacé die Kundschaft neben dem Weekend-Brunch von 9 – 18 Uhr besonders anzuziehen.

Jetzt aber war es drinnen voll und auch um’s Eck saßen Leute – also war es schwieriger, als gedacht, das Lokal zu fotografieren. Bis ich kleiner Windturbulenzen gewahr wurde, durch welche gelbe Blätter durch die Luft gewirbelt wurden. Da hatte ich mein Thema, das mich losmachen ließ, ohne mich noch um Zuschauer zu kümmern: abstrakte Formationen gelber Blätter an den Bordsteinkanten.

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

Als ich zum Zahlen zurück in die Gaststube trat, war plötzlich alles leer, ich konnte die Inneneinrichtung mit ihren klaren Linien, netten Lampen und bunten Stühlen jetzt doch noch schnell ablichten. Hier, in dieser ehedem wohl stark durch Schwerlasttransporte gequälten Straße muss die Eröffnung des Guten Glück wohl sehr wichtig gewesen sein: als Signal, dass die Bewohner dieses Viertel im für alternative Lebensformen bekannten Zürcher Kreis 3 gewillt sind, sich den Straßenraum als Lebensraum zurück zu erobern.

Die zum Gasthaus gehörende Pension mit zehn stilvoll eingerichteten Zimmern ist mit Preisen zwischen 59 und 113 CHF (fast identisch mit EUR) – trotz Bad und WC auf dem Flur – wohl sehr empfehlenswert. Aber ich hatte mit der Kafi-Pension „Für Dich“ einen halbwegs gleichwertigen Ersatz gefunden.

Adresse: Stationsstrasse 7, 8003 Zürich/ Schweiz, Tel.: + 41 43 540 72 99,
contact@zumgutenglueck.ch, Homepage

Gasthaus Zum Guten Glück_Zürich ⓒ Ekkehart Schmidt

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